Auf der Suche nach Ersatzteilen
Thursday, April 8th, 2010
In der Partie gegen die Steppenreiter musste Piqto United auf sieben potenzielle Stammkräfte verzichten. Um solche Umstände zu entschärfen, hat der Klub ein spezielles Spielermodell entwickelt, welches sich so langsam auszahlt. Die Kolibris gewannen klar und deutlich mit 7:0.
Wenn wir an das vorletzte Spiel von United gegen die Sprit-Connection zurückdenken, überwiegen die negativen Eindrücke. Gut, man hat zwar mit hohem Kampfeinsatz einen Punkt geholt und es bestehen weiterhin beste Chancen im Aufstiegsrennen, doch die Art und Weise wie sich die Mannschaft präsentierte ließ uns alle besorgt zu Bett gehen. Ideenlos und statisch zelebrierte das Team von Coach Sanders Schlaftablettenfußball vom feinsten. Zu klein war das Kreativpotenzial der Offensivabteilung, zu groß war die Kluft zwischen Abwehr und Angriff. Hinten pfui, vorne pfui. Piqtos Presslufthammer versagte in der Beton-Connection. Doch damit nicht genug. Zu allem Übel verletzten sich während der Partie vier Spieler der Kolibris. Nach 35 Minuten knickte sich Karl von Luckwald den Fuß um und schied mit einer Bänderdehnung verletzt aus. Simon Hein wollte auch mal probieren und riss sich in der 64. Minute das linke Außenband. Lukas Leistenschneider und Conrad Risch mussten ebenfalls im Laufe der zweiten Halbzeit aufgrund muskulärer Probleme das Spielfeld räumen. Nach Abpfiff war jedem klar: So ein Schlendrian muss schnell ausgemerzt werden. Zu wichtig sind die kommenden Spiele um den Aufstieg. Im besten Falle muss jedes einzelne Gewonnen werden, doch „ in so einer Verfassung könnte es noch mal schwierig werden“, prophezeite Trainer Sanders nach dem Abpfiff. Das Aussetzen diverser etablierter Stammkräfte sah er allerdings nicht so „kritisch“, denn Piqto United verfüge über ein spezielles Personalkonzept, welches zuverlässig neue Spieler herausfiltert. Sanders behält recht. Konrad Risch und Roman Aslan avancieren zu absoluten Leistungsträgern. Die Talente Jannis Hannover, David Formweg und Felix Jungspund schnupperte die erste Bunteligaluft. Till Kirch wird nach starkem Debüt gegen die Steppenreiter, wohl auch im kommenden Pokalspiel gegen den FC Reissdorf den angeschlagenen Simon Hein ersetzen. Doch wie schafft es United solche Leute ins Team langfristig einzubinden?
Eine Mannschaft formt ein Scoutingsystem
Vor einiger Zeit setzten sich die Piqtobosse zusammen und debattierten über die Zukunft des Vereins. Spielerabgänge sind zu befürchten, denn die Lottazeiten sind vorbei. Das Studien und Arbeitsleben, sowie etwaige Ortswechsel konfrontieren den Kader. Würde man tatenlos den Wandel der Zeit beobachten, zerfiele das Gerüst Piqto United schnell und abrupt. Soll dieses viel versprechende Projekt, der ganze Aufwand und diese enorme Euphorie nach zwei Jahren schon Geschichte sein? Auf keinen Fall! So das einstimmige Ergebnis der Konferenz. Piqto muss weiter leben. Mit Hilfe der eigenen Mannschaft müssen neue Spieler langsam an den Kader herangeführt werden. Dabei ist jeder Akteur von United vertraglich verpflichtet in seinem Bekanntenkreis nach möglichen Verstärkungen Ausschau halten. Nach einem absolvierten Probetraining entscheidet der Rat, ob der jeweilige Spieler ins Anforderungsprofil von Piqto United passt. Charakter, Identifikation und eine gewisse fußballerische Qualität sind die drei Hauptkriterien, die jeder potenzielle Neuzugang mit sich bringen muss. Der Spieler muss zudem seine eigenen Interessen ganz klar der Mannschaft unterordnen. Egoisten und Phlegmatiker werden nicht geduldet, sondern dem FC Rhenania angeboten. Erfüllt der Spieler die Erwartungen durchläuft er einen Medizincheck bei Nora von Mengerhausen und wird danach offiziell der Mannschaft als neues Mitglied vorgestellt. Die Person wird mit dem Team vertraut gemacht. Fortan bekommt er Einladungen für Pikante Piqto Pascha Abende. Der Spieler soll sich wohl fühlen. Er erhält ein Dienstfahrrad und einen Stoffkolibri. Im Training muss er sich zeigen, selbstbewusst seine Stärken präsentieren und hartnäckig an seinen Defiziten arbeiten. Die Philosophie von schnellem Passspiel und unermüdlicher Teamarbeit soll ihm etappenweise nahe gebracht werden. Der Spieler soll spüren, dass er ein akzeptierter Bestandteil von Piqto ist, darf sich aber nicht auf Anhieb als festes Element der Stammelf sehen, denn die Konkurrenz ist enorm. Seine Zeit wird kommen, spätestens dann, wenn Piqto dem Kicker die ersten Abgänge melden muss.
Pablo Luengo

Top, Kalle!
sauber.
klasse!
haha sehr sehr nice!dienstfahrrad und stofftier!!!
Sehr starker bericht!