Kapitän Binder hält United auf Kurs
Tuesday, April 20th, 2010

In einem über weite Strecken entspannten Spiel schlug United die Kellerkinder mit 4:3 (2:0). Erst in der Schlussphase entwickelte sich ein echter Krimi, den Fabian Binder kurz vor Abpfiff zugunsten von Piqto United entscheiden konnte.
Wieviel ein Tor mehr oder weniger im Fußball ausmachen kann, zeigte sich vergangenen Samstagabend im Kölner Süden. Das Team von Piqto United sitzt ausgelassen am Eierplatz zusammen. Die Spieler trinken Bier und feiern ihren Kapitän. Die mäßige Leistung gegen einen mäßigen Gegner bereitet niemanden mehr Bauchschmerzen.
Zuvor trafen sich die Kolibris bei herrlichem Fußballwetter auf den Kölner Jahnwiesen. Nach 6-monatiger Abstinenz stand Innenverteidiger Esser erstmals wieder im Kader und blickte seinem Comeback entgegen. Leistenschneider, Liebetrau, Risch und Hein fehlten verletzungsbedingt. Weil auch Gülöz angeschlagen war, schickte Coach Sanders folgende Elf aufs Spielfeld:
Kehrer- von Luckwald, Sundermann, Kirch, Würschinger – Binder, Hannover – Heering, Cannata, Aslan – Sanders
United startete ruhig und mit viel Ballbesitz. Die erste Torchance konnte Sanders nach Pass von Binder direkt zur Führung nutzen (9.). Alles lief entspannt, die Kellerkinder konnten die Piqto Innenverteidiger Sundermann und Kirch nicht in Verlegenheit bringen. Das Spiel plätscherte vor sich hin. Mitte der ersten Halbzeit wurde Mathis Esser nach überstandenem Syndesmoseriss eingewechselt. Bei einer Standardsituation schlich er sich gleich mit nach vorne. Gülöz knallte den Ball aufs Tor, der Torwart konnte den Ball nicht festhalten, Esser hämmerte den Abpraller zum 2:0 in die Maschen und bereitete sich selbst das perfekte Comeback (31.). Die Fans machten sich das erste Bier auf. Das sah nach einem ruhigen Nachmittag aus, zumal der Gegner bis zum Pausenpfiff keinen gefährlichen Angriff mehr vortragen konnte. Für den einzigen Aufreger sorgte der tapferere Nachwuchs der Kellerkinder, der bei einem Wortgefecht den Platz stürmte und Esser einen Schubser verpasste.
In den zweiten 45 Mintuten verflachte die Partie zusehens. United spielte die eigenen Angriffe schwach aus und versäumte es, die Führung auszubauen. So verstrichen die Minuten ziemlich ereignislos. Bei einem Freistoß aus dem Halbfeld versammelte sich alles vor dem Kasten von Kehrer. Während man noch mit dem Dirigieren der Mauer beschäftigt war, segelte der Ball schon herein. Ein Kellerkind bekam irgendwie seinen Kopf an die Kugel, der bis dahin ungeprüfte Keeper Kehrer war chancenlos – der Anschluss aus dem Nichts (62.). Angetrieben von Binder und dem mittlerweile eingewechselten Gärtner schaffte es Piqto, die Partie wieder an sich zureißen. Ein Spieler der Kellerkinder musste nach einem Handspiel zehn Minuten aussetzen (68.). Piqto erspielte sich wieder Tormöglichkeiten. Eine davon nutzte Marco Cannata zur vermeindlichen Vorentscheidung. Ein Schuss aus der zweiten Reihe blockte die Abwehr nur ab, Cannata stand goldrichtig und verwandelte zum 3:1 (75.). Alle waren zu diesem Zeitpunkt sicher, dass die Kellerkinder niemals mehr zwei Tore erzielen könnten.
Das hoffnungsvolle Verteidiger-Talent Felix Benardi wechselte mit von Luckwald, agierte dann aber unglücklich als er einen Stürmer der Kellerkinder im Strafraum umlief. Den fälligen Elfmeter versenkte der Gegner zum 3:2 (81.). Zwei Minuten später belegte der Unparteiische Aslan mit einer Zeitstrafe. In Unterzahl produzierte Hannover seinen wahrscheinlich ersten, aber folgenschweren, Ballverlust an diesem Nachmittag. Ein Kellerkind stürmte auf Kehrer zu, der abermals keine Abwehrchance hatte und zum dritten Mal hinter sich greifen musste (86.). Innerhalb eines fünfminütigen Tiefschlafs schien Piqto United seine hervorragende Position im Aufstiegsrennen verspielt zu haben. Der idyllische Frühlingsnachmittag hatte sich in einen Alptraum verwandelt.
Piqto drängte verzweifelt auf den erneuten Siegtreffer. Als sich die meisten schon mit dem Unentschieden abgefunden hatten, bekam Binder 16 Meter vor dem Tor den Ball und zog ab. Der Flachschuss flog auf das linke Eck zu, der Torwart kam zu spät (90.). Die Mannschaft stürzte sich auf Binder. Der Schiedsrichter pfiff die Begegnung ab, United war mit einem blauen Auge davon gekommen.
” Dass wir nach dem 3:1 nochmal in Bedrängnis geraten, darf niemals passieren. Aber auch schon vorher hätten wir konsequenter sein und das Spiel entscheiden müssen. Ich bin mit der Einstellung heute nicht zufrieden”, sagte Coach Sanders hinterher.
In der Tat agierte das Team heute sehr leichtsinnig, obwohl die Tabellensituation keine Patzer erlaubt. Durch den späten Siegtreffer kann Piqto United aber weiterhin aus eigener Kraft aufsteigen. Die nächste Hürde gilt es kommenden Samstag gegen Tsunami zu nehmen.

Schöner Bericht
Gegen Tsunami darf uns das nicht noch mal passieren!
Glückwunsch, Kolibris!
Allez Piqto!
Sehr Sehr Gut
sauber